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Israel – zwischen Religion, Politik und Sonne

Über Religionen lässt sich viel diskutieren und auch streiten. Wie viel Hintergrund darin steckt zeigt sich vor allem im Staat Israel, der durch diese Konflikte geprägt ist. Aktuell wurde die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden eingeführt #SZ. Nach ihrer Glaubensrichtung sollen sie ihr Leben jedoch völlig der Religion ausrichten wie in den Büchern Moses, in der Tora, beschrieben. Denn eigentlich ist jeder israelische Bürger zu drei Jahren (bei Frauen zwei) Armee verpflichtet. Zusätzlich sieht man dies auch im alltäglichen Leben – überall laufen Jugendliche in Uniform mit großen Gewehren herum. Ich war eine Woche im Urlaub in Israel und durfte Einblicke in diesen vielschichtigen Alltag zwischen Religion, Politik und Sonne erhalten.
weltkarte.com CC

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Israel – das Heilige Land (Holy Land), eigentlich nur ein kleiner Fleck auf der Weltkarte zwischen Ägypten, Syrien und Jordanien, mit der Größe vom Bundesland Hessen und knapp acht Millionen Einwohnern. Doch so viel Geschichte steckt hinter dem (in)offiziell geteilten Staat. Einst wurde er von Gott dem jüdischen Volk zugesagt, welches um Christus herum von den Römern vertrieben wurde. In der folgenden Zeit bis ins 20. Jahrhundert hinein besiedelten vor allem Araber das Land, die heutigen Palästinenser. Dann hatte Großbritannien die Entscheidungsgewalt und sicherte den weltweit vertriebenen Juden, auch durch den Antisemitismus in Deutschland, das Land zu. Im Jahre 1948 wurde Israel unabhängig erklärt und nur einen Tag später ging der Krieg los, der bis heute keine endgültige Lösung gefunden hat. Es wurden zwar Mauern gezogen und das Staatsgebiet Palästina abgetrennt (Westbank, vor allem in Betlehem erkennbar), jedoch entfachen stets neue Konflikte, da z.B. Juden immer mehr Siedlungen in diesem Gebiet bauen wollen.

Somit herrscht in Israel vorwiegend und wie in keinem anderen Land auf der Welt das Judentum vor. Dieses richtet sich nach der Tora, dem ersten Teil der hebräischen Bibel „Tanach“ aus und ist sozusagen die „Bibel des Judentums“. Ein weiteres wichtiges Schriftstück stellt der Talmud dar mit weiteren Gesetzen für den religiösen Alltag und der Antwort, wer sich als Jude bezeichnen kann. Als Tourist begegnet man den jüdischen Gebräuchen oft, z.B. schläft am heiligen Ruhetag, dem Shabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend), gefühlt die ganze Stadt – es fahren nur noch arabische Busse und die Juden richten sich nach strengen Regeln. Beispielsweise dürfen sie kein Feuer entzünden, heißt nicht rauchen und müssen sich „kosher“ (rein) ernähren, also kein Schweinefleisch oder Milch und Fleisch zusammen essen – sogar getrenntes Geschirr dafür benutzen und sechs Stunden zwischen beiden Nahrungsmitteln Pause einhalten.

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Jerusalem – Klagemauer

Diese Sitten begegnen einem Touristen z.B. in Haifa, wo es in der Bäckerei, auch in der arabischen, eben nur süßes oder Pide gibt, aber eigentlich auch nicht so schlecht 😉 Die arabische Hafenstadt Akko konnten wir am Shabbat gut besichtigen, jedoch war am darauffolgenden Sonntag in Nazareth alles zu – denn diese Stadt ist wiederum christlich. Besonders zeigt sich dieses Aufeinandertreffen der Religionen in Jerusalem, welches zudem auch ein ausschlaggebender Streitpunkt im Nahostkonflikt darstellt. Für beide Religionen, Islam und Judentum, vereinen sich hier bedeutende Orte der Geschichte. Zudem wird die Altstadt zusätzlich von Christen, z.B. mit der Grabeskirche Jesu, und Armeniern, wiederum christlich, besiedelt. Doch nicht nur unter diesen Völkern gibt es Unterschiede, auch im Judentum herrschen Abspaltungen vor: in Orthodoxe, Ultraorthodoxe und Reforme.

Positiv konnte ich aber feststellen, dass die Völker friedlich zusammen leben – jeder weiß wo seine Grenze verläuft und respektiert den anderen. Die Israeli sind hilfsbereit und reden offen über die schwierigen Verhältnisse, die vorherrschen. Man sammelt so viele bedeutende Eindrücke und lernt die Weltreligionen auf eine ganz andere Art kennen. Hätte ich sonst gewusst, dass die Juden immer getrennt als Frauen und Männer beten? Zum Beispiel auch an der Klagemauer in Jerusalem.

Folgendes Video fast das Judentum nochmal gut zusammen, zeigt die Bräuche und Sitten und einen Ausschnitt aus dem jüdischen Museum in Berlin: