„Rublys“ App im Test

Zu Beginn gibt es 40 Nüsse. Pro Coupon müssen ungefähr eins bis sieben Nüsse eingelöst werden. Dann geht’s daran, drei Felder frei zu rubbeln und auf den Gewinn zu hoffen. Das ist „rublys“, die neue Rubbellos-App aus Österreich, die es seit Dezember auch in Deutschland gibt.

Screenshot der rublys Website

Den ersten Punkteabzug gibt es von mir wegen der Standortfreigabe. Ohne GPS, und das heißt Akkuverbrauch und Daten freigeben, funktioniert die App nicht. Das alles nur, weil die Partner und Gutscheine in der Nähe des Nutzers angezeigt werden sollen, obwohl fast kein Partner in der Nähe sein muss, weil es die Shops entweder sowieso überall gibt oder nur online.

Das Start-Up Team um Gründer Michael Rottmann sitzt in Wien. In Österreich hat die App über 400.000 Nutzer. Die Idee von „rublys“ zielt auf mobiles Marketing ab und darauf durch Gewinnspiele Kunden für die Partner zu generieren. Diese Partner sind z.B. Nordsee, Lotto, Orion, Swarovski oder Haushaltswarengeschäfte – also eine sehr bunte Mischung. Für mich aber teils zu bunt, da ich mich nur von drei der rund 40 ersten Angebote angesprochen fühlte. Das Kinderbuch oder Männer-Box-Set interessierte mich da weniger, aber natürlich wollen sie zu Beginn eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen.

Nach dem ersten Rubbeln ist das Konzept auch schon fast durchschaut. Die Nutzer werden gelockt, etwas Tolles zu gewinnen aber nichts steckt dahinter. Fast immer werden nur zwei der drei Felder gewinnbringend freigerubbelt oder es handelt sich lediglich um nutzlose Rabatte. Dann bleibt der Trostpreis, wie z.B. das Akku-Ladegerät to go für 9 statt 20 Euro (was man sich auch nur kauft, wenn man es wirklich will und dafür ist die Wahrscheinlichkeit wieder sehr gering) oder zwei, drei Nüsse als Geschenk zurück. Das Belohnungsprinzip: Hauptsache der Nutzer fühlt sich gut. Weitere Nüsse können zum Beispiel durch einen Like der „rublys“-Seite auf Facebook oder die Einladung zur App an Freunde gesammelt werden. Für die Bewertung der App gibt es ein „Nuss plus“ von 10 Nüssen.

Ein ganz nützlicher Coupon ist vielleicht der Nordsee-Gutschein für zwei Lachs-Wraps für 4,90 anstatt 7 Euro. Aber es ist wieder das gleiche Spiel: Erst muss etwas bezahlt oder bestellt werden und dann gibt es den „Gewinn“. Das reine Ziel ist es, neue Kunden zu gewinnen und Werbung zu machen. Genauso ist es bei den Onlineshops wie „mymuesli“, wobei erst nach dem Rubbeln der Mindestbestellwert von 10 Euro angezeigt wird. Erst dann erhält der Nutzer das „goddy“, also den Gewinn von einer kleinen Gratis-Packung.

Staunenswert ist, dass sich die App die Werbung im Fernsehen leisten kann. So ein TV-Spot bei den privaten Sendern wie ProSieben oder Sat.1 geht in die Millionen. Somit ist“rublys“ ein Werbe-Dienstleister für seine Partner, um diesen neue Kunden zu beschaffen und dadurch selbst bekannter zu werden sowie durch das Marketing per App Geld zu verdienen. Die spielerische Idee dabei ist nur Nebensache, denn eigentlich ist das lästige Rubbeln nutzlos, aber es bringt der App einen Wiedererkennungswert und eine spezielle Marke.

Pluspunkte gibt es für das Design, das mit den frischen Farben den Nutzer anspricht, auch für die kreativen Bilder zum Freirubbeln, sowie für die leichte Bedienbarkeit und technische Funktionalität. Außerdem ist die App für iPhone im AppStore und für Android Smartphones im Google Play kostenlos erhältlich.

Fazit: Gute Aufmachung, jedoch kaum wahre Gewinne, sondern meist versteckte Bedingungen und der Zwang zur Standortfreigabe.

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