Die ersten Schritte als Moderatorin

Warten, Laufen, Licht, Stehen, Lächeln – Go!

So ungefähr könnte man den groben Ablauf beschreiben, wenn man auf die Bühne kommt – ohne Herzklopfen mit einberechnet. Die Scheinwerfer leuchten. Ich soll jetzt alle, die vor mir sitzen, informieren, anheizen und auf das, was kommt, gespannt machen – und ich sehe sie nicht einmal alle. Das Licht ist zu hell! Doch ich habe da mein kleines graues Kreuz auf dem Boden, der Punkt für die Kameras und eine Orientierung für mich. Dann heißt es einfach alles geben: 200 Prozent! Alle wichtigen Merkmale einer Moderation beachten: Stimme, Artikulation, Stand und vor allem „LMAA – Lächle mehr als andere!

Die letzten beiden Tage hatte ich die Chance ergattert, das Medienforum Mittweida – einer der größten von Studenten organisierten Kongresse der Medienbranche – mit zu moderieren. Mein Partner Thanu übernahm die Panels, also Vorträge und Diskussionen, am Vormittag. Die beiden Highlights waren die beiden Diskussionsrunden an beiden Abenden, die ich an- und abmoderieren durfte. In der ersten am Montag argumentierten Experten von ZDF, MDR und EinsPlus, sowie der Mitbegründer von RTL Television, Helmut Thoma, und auch Politiker, wie der ehemalige Staatsminister von Sachsen, Johannes Beermann, über den neuen Jugendkanal der Öffentlich-Rechtlichen. Wir nennen das auch „Elefantenrunde“. Am Dienstag ging es dann um den Medieneinfluss auf Spitzensportlern mit Stefan Kretzschmar (Handball) und Stev Theloke (Schwimmen) auf dem Podium. Weitere Expertenmeinungen kamen von einer Sportpsychologin und einem Social-Media-Profi. Moderiert wurde diese Runde von René Kindermann (ARD-Sportschau, MDR-Riverboot), den ich auch noch einmal vor die Kamera bekam.

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Fotos: Medienforum Mittweida

Und bist du schon aufgeregt?“ – die meist gestellte Frage an diesen beiden Tagen. Aber so sehr aufgeregt war ich gar nicht. Am Montag, kurz bevor es los ging, rutschte mein Herz schon mal in die Hose, aber sonst war es immer ein kleines Kribbeln. Nicht so wie an den Tagen der Generalprobe, wo nochmal alles geändert wurde und einiges schief ging – aber das soll es ja auch. Umso besser wird das Main Event. Und so war es ja auch. Vielleicht war ich nicht so aufgeregt, weil ich da unbedingt raus wollte, auf die Bühne, vor die Menschen. Ich habe lange darauf hingearbeitet. Jetzt ging der Traum in Erfüllung. Doch das ist ja erst der Anfang und eine gute Erfahrung für zukünftige Gelegenheiten.

Die Chancen durch das tolle, moderne Fernsehstudio sollten wir auf jeden Fall für Experimente nutzen. Viele waren beeindruckt von der großen LED-Wand, der Ausstattung wie im Kino-Saal mit roten Sesseln und einer Atmosphäre wie bei großen Kongressen. Referent Teja Adams und Redakteur bei Radio Bremen präsentierte das transmediale Tatort-Spiel und verglich das Medienforum mit der „republica“, einer der einflussreichsten Medienkongresse in Deutschland. Sein Hashtag dazu: #Feelslikerepublica.

Top 5: Und hier nochmal die wichtigsten Tipps, wenn ihr auch mal auf der Bühne steht bzw. stehen müsst!

1. Fülle den Raum: Spreche laut und benutze deinen Körper für ausdrucksstarke Mimik und Gestik!

2. Artikulation: Spreche deutlich und langsam, nicht die Endungen verschlucken! Mache Pausen!

3. Stehe aufrecht: Gerader Rücken, Brust raus, Bauch rein und Körperspannung!

4. Beine und Arme kontrollieren: Überlege dir vorher deine Position – nicht zu breitbeinig, aber auch nicht zu schmal und verschlossen – und schau, wie du deine Hände am bequemsten ruhig hälst.

5. Das ganze Publikum im Blick: Von hinten bis vorne, von links nach rechts überall mal hinschauen. Checke vorher ab, ob du in die Kamera schauen sollst oder nicht.

Beim Moderieren ist mehr oft mehr, aber immer wichtig: Sei ehrlich und authentisch zu deinen Zuschauern! Ich freue mich riesig auf mein nächstes Publikum!

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3 Gedanken zu “Die ersten Schritte als Moderatorin

  1. Hey Lisa, leider fehlen die wichtigsten Tipps: Bleib authentisch, stolziere nicht über die Bühne und wertschätze das Team, das hinter allem steht, denn ohne es bist du nichts…

    • Hallo, danke für dein Kommentar. Diese Tipps gingen auch eher an die eigene Präsentationsweise. Das Team ist immer wichtig, natürlich gehört das dazu aber ich denke das braucht keinen Tipp, denn das weiß man auch so 😉 Die Authentizität und den Gang (Position Arme und Beine; Stand) habe ich jedoch auch betrachtet.

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