Ende des G8, Rechter Erfolg und NSA-Reform

Top-Themen für diese Woche: Russland aus dem G8 raus und weltweit in der Kritik, rechtsextremer Wahlerfolg in Frankreichs Kommunen und Obamas NSA-Reform.

1. Russland/ Ukraine.

Die Welt gibt Schwazes Meedem ganzen den Titel einer  „Russifizierung“ – die Entwicklungen auf der Krim verschärfen sich und der Ukraine droht nun Verknappung des Stroms und Wassers. Der Spiegel wählt die Absage der G7 zur G8-Konferenz mit Russland in Sotschi zum Titelthema. Dies und wie der russische AußenmisisterLawrow reagierte hier. Auch der englische Guardian zeigt, dass das Treffen der G7-Staaten in Brüssel und die Sotschi-Absage ein entscheidender Schritt gegen die Zusammenarbeit mit Russland bedeutet. Nach 16 Jahren treffen sich die Staatsoberhäupter, die G7, das erste mal allein.

Einen neuen Aspekt in die Krim-Krise zeigt der Focus:  die ehemalige Premierministerin der Ukraine, Julia Timoschenko, soll im Telefonat mit Nestor Schufrytsch, dem ehemaliger Vizesekretär des ukrainischen Sicherheitsrates, harte Beschimpfungen gegen Putin geäußert haben. „Ich bin bereit, eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Bastard in den Kopf zu schießen“, dieses Zitat und weitere aktuelle Entwicklungen hier. Das Video auf Youtube hier.

2. Wahl in Frankreich

Auch die Wahlergebnisse der französischen Kommunalwahl waren in den europäischen Zeitungen uLe_Pen,_Marine-9586nd Online-Portalen publik. In der Sueddeutschen hagelt es kritische Vorwürfe auf das Versagen der konservativen und sozialistischen Parteien. Gleich zwei Kommentare über den Wahlerfolg der rechtsnationalen Partei „Front National“ (FN) werden ins Netz gestellt – Christian Wernicke nennt es einen Schock, der für die französische Politik kaum heilend wirkt und provoziert mit der Täuschung der sieben Prozent des Wahlergebnisses für die FN auf Bundesebene. Denn diese erreichten in manchen Kommunen Frankreichs sogar über 50 Prozent der Wählerstimmen.  Stefan Ulrich beschreibt den Erfolg der rechtsextremen Partei unter Marine Le Pen als „Ernten der braunen Früchte des Zorns“ – ihr sei es gelungen die verzweifelten oder zornigen Bürger über die derzeitige Politik im Lande für ihre Wahl zu gewinnen. Angesichts Ulrichs sei ihr dies auch durch die „Entteufelung“ der Partei gelungen, sozusagen die alten Vorsätze verjüngen. Doch mehr dazu hier.

In Frankreich setzt LeMonde auch auf die Reaktionen der europäischen Medien. In ihrer Analyse steht der „Schock“ der Sueddeutschen ganz oben. In amerikanischen Zeitungen wie dem „Wall Street Journal“ heben sie den Aspekt hervor, dass sich durch dieses Wahlergebnis die Unzufriedenheit der Bürger zeigt. Auch die italienischen Medien werden nicht ausgelassen und beschreiben die Niederlage der Regierung unter François Hollande („une défaite totale pour le gouvernement de François Hollande„). Mehr zum „Signal für l’europehier.

3. NSA Überarbeitung

Titelthema bei FAZ und Sueddeutsche  ist heute die geplanten Änderungen für den amerikanischen Geheimdienst NSA. Obama will die Macht über Telefonaufzeichnungen einschränken, schreibte die New York Times. Aus diesem Artikel geht heraus, dass Telefonausfzeichnungen zum Beispiel nicht mehr wie bisher fünf Jahre gespeichert werden sollen, sondern 18 Monate, so ein Regierungssprecher.

Oft an zweiter Stelle der deutschen Medien steht der Fund des malaysischen Flugzeuges im Indischen Ozean. In englischen und französischen Medien steht das Thema höher. Im guardian, aber auch bei Spiegel wird die verlorene Hoffnung der Angehörigen hervorgehoben, in LeMonde findet man einen News-Ticker.

Die Themen diese Woche sind sehr international, weshalb die Zusammenfassung inhaltlich und nicht nach Ländern gegliedert ist. Aspekte der europäischen Medien sind in die Beiträge eingearbeitet.

Israel – zwischen Religion, Politik und Sonne

Über Religionen lässt sich viel diskutieren und auch streiten. Wie viel Hintergrund darin steckt zeigt sich vor allem im Staat Israel, der durch diese Konflikte geprägt ist. Aktuell wurde die Wehrpflicht für ultraorthodoxe Juden eingeführt #SZ. Nach ihrer Glaubensrichtung sollen sie ihr Leben jedoch völlig der Religion ausrichten wie in den Büchern Moses, in der Tora, beschrieben. Denn eigentlich ist jeder israelische Bürger zu drei Jahren (bei Frauen zwei) Armee verpflichtet. Zusätzlich sieht man dies auch im alltäglichen Leben – überall laufen Jugendliche in Uniform mit großen Gewehren herum. Ich war eine Woche im Urlaub in Israel und durfte Einblicke in diesen vielschichtigen Alltag zwischen Religion, Politik und Sonne erhalten.
weltkarte.com CC

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Israel – das Heilige Land (Holy Land), eigentlich nur ein kleiner Fleck auf der Weltkarte zwischen Ägypten, Syrien und Jordanien, mit der Größe vom Bundesland Hessen und knapp acht Millionen Einwohnern. Doch so viel Geschichte steckt hinter dem (in)offiziell geteilten Staat. Einst wurde er von Gott dem jüdischen Volk zugesagt, welches um Christus herum von den Römern vertrieben wurde. In der folgenden Zeit bis ins 20. Jahrhundert hinein besiedelten vor allem Araber das Land, die heutigen Palästinenser. Dann hatte Großbritannien die Entscheidungsgewalt und sicherte den weltweit vertriebenen Juden, auch durch den Antisemitismus in Deutschland, das Land zu. Im Jahre 1948 wurde Israel unabhängig erklärt und nur einen Tag später ging der Krieg los, der bis heute keine endgültige Lösung gefunden hat. Es wurden zwar Mauern gezogen und das Staatsgebiet Palästina abgetrennt (Westbank, vor allem in Betlehem erkennbar), jedoch entfachen stets neue Konflikte, da z.B. Juden immer mehr Siedlungen in diesem Gebiet bauen wollen.

Somit herrscht in Israel vorwiegend und wie in keinem anderen Land auf der Welt das Judentum vor. Dieses richtet sich nach der Tora, dem ersten Teil der hebräischen Bibel „Tanach“ aus und ist sozusagen die „Bibel des Judentums“. Ein weiteres wichtiges Schriftstück stellt der Talmud dar mit weiteren Gesetzen für den religiösen Alltag und der Antwort, wer sich als Jude bezeichnen kann. Als Tourist begegnet man den jüdischen Gebräuchen oft, z.B. schläft am heiligen Ruhetag, dem Shabbat (Freitagnachmittag bis Samstagabend), gefühlt die ganze Stadt – es fahren nur noch arabische Busse und die Juden richten sich nach strengen Regeln. Beispielsweise dürfen sie kein Feuer entzünden, heißt nicht rauchen und müssen sich „kosher“ (rein) ernähren, also kein Schweinefleisch oder Milch und Fleisch zusammen essen – sogar getrenntes Geschirr dafür benutzen und sechs Stunden zwischen beiden Nahrungsmitteln Pause einhalten.

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Jerusalem – Klagemauer

Diese Sitten begegnen einem Touristen z.B. in Haifa, wo es in der Bäckerei, auch in der arabischen, eben nur süßes oder Pide gibt, aber eigentlich auch nicht so schlecht 😉 Die arabische Hafenstadt Akko konnten wir am Shabbat gut besichtigen, jedoch war am darauffolgenden Sonntag in Nazareth alles zu – denn diese Stadt ist wiederum christlich. Besonders zeigt sich dieses Aufeinandertreffen der Religionen in Jerusalem, welches zudem auch ein ausschlaggebender Streitpunkt im Nahostkonflikt darstellt. Für beide Religionen, Islam und Judentum, vereinen sich hier bedeutende Orte der Geschichte. Zudem wird die Altstadt zusätzlich von Christen, z.B. mit der Grabeskirche Jesu, und Armeniern, wiederum christlich, besiedelt. Doch nicht nur unter diesen Völkern gibt es Unterschiede, auch im Judentum herrschen Abspaltungen vor: in Orthodoxe, Ultraorthodoxe und Reforme.

Positiv konnte ich aber feststellen, dass die Völker friedlich zusammen leben – jeder weiß wo seine Grenze verläuft und respektiert den anderen. Die Israeli sind hilfsbereit und reden offen über die schwierigen Verhältnisse, die vorherrschen. Man sammelt so viele bedeutende Eindrücke und lernt die Weltreligionen auf eine ganz andere Art kennen. Hätte ich sonst gewusst, dass die Juden immer getrennt als Frauen und Männer beten? Zum Beispiel auch an der Klagemauer in Jerusalem.

Folgendes Video fast das Judentum nochmal gut zusammen, zeigt die Bräuche und Sitten und einen Ausschnitt aus dem jüdischen Museum in Berlin:

 

Medienperspektiven auf Hoeneß-Urteil, Rundfunkbeitrag und neue Krimspannungen

Nach einer kurzen Pause, geht das Bloggen endlich weiter. Leider aufgrund meines umfangreichen Studiums nur noch ein bis zweimal in der Woche.

Heute topinformiert sein, worum es sich gerade in den deutschen Medien dreht.

Na klar das Topthema heute: 1. Uli Hoeneß – der Präsident des FC Bayern hinterzog insgesamt 28,5Mio. Euro Steuern und wurde nun vom Landgericht München zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Auf den Livetickern von Spiegel, Focus und Welt findet man aktuelle Berichte, wie die Revisionsankündigung von Hoeneß´ Anwalt und nun auch das Video mit der Erklärung der Gerichtssprecherin. Besonders interessant die Einbindung von Tweets bei Welt, wie zum Beispiel diesen hier:

Reaktionen wichtiger Politiker in der Abendzeitung München, z.B. Seehofer (CSU) mit Respekt bezüglich des Prozesses, Sarah Wagenknecht (Linke) schätzt Urteil angemessen ein und Frankfurt Eintracht-Boss Bruchhagen zeigt Mitleid. Grundsätzlich sieht man, dass Zeitungen aus Bayern gleich neutral berichten wie die anderen.

Und ob Spiegel-Leser es angemessen die Strafe angemessen finden? Bis jetzt antworteten 43 Prozent mit „angemessen“ und 40 Prozent mit „zu niedrig“ – der andre Teil geht dabei ein wenig unter.

Und sonst noch? 2.   Senkung des Rundfunkbeitrages steht fest. Die Ministerpräsidenten, die über diese Angelegenheit heute debattierten, da Rundfunkentscheidungen Ländersache sind, haben sich vorerst auf eine Senkung von 48 Cent geeinigt. Mit einem Beitrag von 17,50€ pro Monat würden wir nun knapp 5,80€ im Jahr sparen. Mehr dazu auf FAZ.  Malu Dreyer sagte zusätzlich in der ARD-Tagesschau, dass sie auch Wert darauf legen wollen, die Werbung zu reduzieren.

3. Vorwurf im Krim-Prozess: die ukrainische Regierung gibt die Vermutung ab, Russland habe ein Aufklärungsflugzeug im Gebiet der Krim angeschossen. Focus erklärt das als Muskelspiel kurz vor dem Referendum am Sonntag.