Scorsese setzt auf Maßlosigkeit!

Filmkritik „The Wolf of Wall Street”

Es lässt sich streiten ob Komödie, Drama oder Satire – eigentlich vereint Scorsese in seinem neuen Werk „The Wolf of Wall Street“ alles in einem. Leonardo Di Caprio verkörpert den erfolgreichen Börsenmakler Jordan Belfort in seinem Rausch voller Drogen, Partys und Sex. Die Buchvorlage der gleichnamigen Biografie erzählt die Geschichte des New Yorker Börsenneulings Belfort in den 80er Jahren, der aus einfachen Verhältnissen stammt und den Aufstieg bis zur eigenen Firma schafft. Mit Stratton Oakmont verdient er Tag für Tag Millionen in dem er durch absolut geniale Redekunst Scheiße zu Gold macht mit den sogenannten Pennystocks, Billigaktien mit 50% Provision. Die oft illegalen Tricks, die er und seine Börsenhändler anwenden, sowie sein exzentrischer Drogenkonsum werden ihm jedoch bald zum Verhängnis und das FBI liegt ihm auf der Spur. In Angst um sein Geld lässt er seine Millionen in die Schweiz schmuggeln und ihm wird geraten durch das stetig wachsende Risiko als Geschäftsführer zurückzutreten. Diesen Schritt schafft er nicht und macht weiter mit dem betrügerischen Geschäft bis er endgültig vom FBI gefasst wird. Schlussletztlich muss er alle Mitarbeiter, die in seine Betrüge verwickelt waren, verraten und erhält dadurch eine Haftstrafe von nur drei Jahre mit einem satten Bußgeld.

Belforts Drogenkonsum steht ausdrücklich im Vordergrund des Films. Auf manche wirkt dies erschreckend und im ersten Augenblick auch teilweise überflüssig, doch andererseits wird dadurch auch die uneingeschränkte Maßlosigkeit dargestellt. Dies steigert sich über regelmäßige Tabletteneinnahmen bis zum absoluten Ausnahmezustand der Lähmung und nur noch robbendes Fortbewegen – unschön anzusehen, aber wirkungsvoll. Diese übertriebenen Details lassen den Film mit drei Stunden leider sehr in die Länge ziehen doch man begreift das unfassbare Börsengeschäft und steigt in eine andere unrealistische Geldebene ein. Vielleicht hätte man den Wirtschaftsberuf noch klarer beleuchten sollen, aber Scorsese stellt durch Belforts Vorlage das dar, was oft hinter den Hochhäusern von New York versteckt wird. Auch wenn man sich in die Personen nicht ganz so gut hineinversetzen kann, unterhält das Filmduo  Di Caprio – Scorsese  mit glänzender Schauspielleistung und herrlicher maßlosen Darstellungen die Zuschauer erneut und lässt sie nachdenklich auf die Filmumsetzung zurückblicken.

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2 Gedanken zu “Scorsese setzt auf Maßlosigkeit!

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